Vererbung

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Der Farbschläge

Und los geht`s:

 

Es gibt beim Wellensittich im Grunde nur zwei Farben …… Grün und Blau.

 

Alle anderen Farbnuancen kommen durch den Einfluss von den Farbschlägen (hier die Verlinkung zu der Beschreibung der Farbschläge), Gelbgesichtern und Faktorigkeiten (dieser Begriff wird später weiter unten separat erklärt).

Die Vererbung teilt sich in drei Hauptkomponenten auf

 

1.)   dominante 

2.)   rezessive 

3.)   geschlechtsgebundene

 

Bevor wir zu den einzelnen Erklärungen kommen, soll noch erwähnt werden, dass der Wellensittich gewisse Farbschläge manchmal nicht sichtbar, sondern nur in den Genen trägt. Man spricht hier von Spalteigenschaften. Das trifft aber nur auf rezessive und geschlechtsgebunden vererbte Farbschläge zu.

 

In einen dominanten Farbschlag kann man nicht spalten !!!

 

zu 1.) wie der Name dominant aussagt, ist dieses Merkmal beherrschend. Es setzt sich gegenüber anderen Farbschlägen durch. 

Zu den dominanten Farbschlägen gehört der australische und kontinentale Schecke, so wie der Spangle und die Gelbgesichter. 

 

Die Farbe Grün ist dominant gegenüber Blau. Man kann aus grünen Wellensittichen nur Blaue ziehen, wenn die Grünen darin spalten.

 

Zu 2.) rezessiv bedeutet so viel wie „nicht in Erscheinungtretend“ . Damit dieses Merkmal in Erscheinung treten kann, bedarf es zweimal dieses Merkmal…Vater und Mutter müssen es sichtbar bzw. nicht-sichtbar tragen.

Zu den rezessiv vererbbaren Farbschlägen gehören Hellflügel, rezessive Schecken, Aufgehellte (Weiße bzw. Gelbe), Grauflügel und Falben.

 

Zu 3.) Die geschlechtsgebundene Vererbung lässt sich etwas schwerer in leichtverständlichen Worten erklären. Was uns aber keinesfalls daran hindern soll, es zu versuchen.  

Zu den geschlechtsgebundenen vererbbaren Farbschlägen gehören Opalin, Zimt, Inos, TCB, Schiefer und Lacewings. 

 

Als erstes muß gesagt werden, dass eine Henne nicht in so einen Farbschlag spalten kann. Sie trägt diesen nur einmal in ihren Genen, und zwar sichtbar, und gibt diesen auch nur an ihre männlichen Nachzuchten weiter.

 

Bekommen diese Nachzuchten nur das einzelnen Gen ihrer Mutter, sind diese Hähne nur Spalttiere in diesem Farbschlag.

 

Warum nur Spalttiere ?

 

Bei der geschlechtsgebundenen Vererbung muss der Hahn das Gen doppelt tragen, damit er optisch in Erscheinung tritt.

 

Die Folge daraus ist: verpaart man Wellis, wo die Henne keinen geschlechtsgebundenen Farbschlag trägt (wir erinnern uns…Hennen können darin nicht spalten) und dort Nachzuchten mit einem geschlechtsgebundenen Farbschlag fallen, können es nur Hennen sein (sie tragen nur ein Gen davon), da dies in diesem Fall nur vom Hahn gekommen sein kann.

 

Hier noch mal drei Farbschläge nach denen wir häufig gefragt werden, die sich aus einer Kombination von unterschiedlichen Farbschlägen zusammen setzen:

- Rainbow: hierbei handelt es sich um eine Kombination aus Hellflügel, Opalin und Gelbgesicht...also aus der Blaureihe

- Schwarzauge: hierbei handelt es sich um eine Kombination aus kontinentalen und rezessiven Schecken

- Halsbandschecke: sie entstehen aus einer Kombination aus australischen und rezessiven Schecken  


Der Faktorigkeit

Und dann gibt es noch die Faktorigkeit.  

Bei dieser spricht man von einer dominanten Eigenschaft, die einfach oder auch doppelt getragen werden kann.

 

Bevor ihr euch aber damit auseinandersetzt, muss es zuerst mit der Vererbung der Farbschläge geschnackelt haben.  

 

Bitte dies unbedingt zuerst lesen und verstehen.

 

Die bekannteste Faktorigkeiten sind wohl die Gelbgesichter.

 

-       Europäisches Gelbgesicht Mutation I  

               (EGGI 1f. undEGGI 2f.)

-       Europäisches Gelbgesicht Mutation II  

               (EGGII 1f. und EGGII 2f.)

-       Australisches Gelbgesicht  

               (AGG 1f. und 2f.)  

 

Das EGGI 1f. hat eine hellgelbe Maske und kann einen leichten gelben Überzug im Schwanz und Flügeln oder auch über den gesamten Körper haben.

 

Das EGGI 2f. hat ein optisches Weißgesicht und ist von einem normalen blauen Welli nicht zu unterscheiden

 

Das EGGII hat ein kräftigeres Gelb als das EGGI. Bei den 1f. (einfaktorig) zieht sich das Gelb immer mehr über den Körper. Nach mehrmaliger Mauser wirkt der Vogel dadurch häufig optisch grün. 

Bei dem 2f. (zweifaktorig) bleibt das kräftige Gelb nur in der Maske, in den Schwanzfedern und leicht auf den Flügeln.

 

Das AGG hat ein sehr kräftiges Gelb und wirkt sich ähnlich wie das  EGGII auf die Grundfarbe aus. Ist es 1f. sieht auch hier nach der Mauser ein blauer Welli grün aus.

Bei manchen sieht man noch die Ursprungsfarbe unter den Flügeln….aber nicht bei allen.

 

Auch beim AGG 2f. ist das Gelbgesicht so verteilt wie beim  

EGGII 2f..

 

Das EGGII ist vom AGG manchmal selbst von erfahrenen Züchtern schwer zu unterscheiden. Da inzwischen eine starke Vermischung der Gelbgesichter stattgefunden hat,  wird dieses noch erschwert.

 

Das Federkleid eines Wellis wird einerseits durch den Farbschlag bestimmt, andereseits spielt die sogenate "Faktorigkeit" insbesondere bei den dominaten Farbschlägen eine wichtige Rolle, die das Aussehen des Federkleide verändern können.  

Hierzu ein Beispiel: ein zweifaktoriger Spangle ist in der Regel  ein ganz weißer  (bei der Blaureihe) bzw. gelber (bei der Grünreihe)  Vogel .

 

Und warum nur bei den Dominanten ?  

Ganz einfach…der Welli muss einen rezessiven oder geschlechtsgebundenen Farbschlag (Ausnahme hier Hennen) eh doppelt tragen,damit er sichtbar wird.

 

Die Faktorigkeit bei Farben

Als Erklärung nehmen wir mal die Blaureihe. Für die Grünreihe gilt es aber ebenso.

 

-         Hat der Welli keinen Dunkelfaktor, so ist er hellblau

-         Hat der Welli einen Dunkelfaktor, so ist er dunkelbau

-         Hat der Welli zwei Dunkelfaktoren, so ist er mauve

 

In der Grünreihe heißen die Farben dann hellgrün, dunkelgrün und olivgrün

 

Dann haben wir noch das Violett.  

Um Nachzuchten in violett zubekommen, muss ein Elterntier diesen Faktor haben und ihn dementsprechend an seine Kinder weitergeben.

 

In einen Faktor kann man nicht spalten !!!

 

Die Faktorigkeit Violett wird nur im Zusammenhang mit einem Dunkelfaktor optisch sichtbar. 

Hier ist es egal, ob das Violett ein- oder zweifaktorig ist.

Beispiel:

 

-         Hellblau (also ohne Dunkelfaktor) plus Violett lässt den Welli leuchtend dunkelblau aussehen

-         Dunkelblau plus Violett bewirkt, dass der Welli auch optisch violett aussieht.

-         Mauve plus Violett lässt auch das Tier mauve-violett aussehen

 

Auch wenn wir keine grauen Wellis züchten, möchten wir ganz kurz auf den Graufaktor eingehen und nur an der Oberfläche kratzen.  Beim Graufaktor legt sich das Grau (vermischt) auf die eigentliche Grundfarbe. Sie lässt dann z.B.einen grünen Welli grau-grün aussehen.

Farbschläge

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Bilder der einzelnen Farbschläge folgen in 

Kürze in Form einer Galerie!!


Früher wussten wir nur, dass es blaue und grüne Wellensittiche gibt…okay, man hat vielleicht auch schon einen grauen oder weißen gesehen, aber nicht richtig wahrgenommen. 

Heute wissen wir, dass es da doch noch ein wenig mehr gibt neben bzw. im Zusammenhang mit Blau und Grün.

 

 

Grundsätzliches

Es ist nicht so, dass der Wellensittich nur einen Farbschlag tragen kann. Auch eine Kombination aus zwei oder mehreren Farbschlägen ist heutzutage durchaus üblich und teilweise züchterisch gewollt. Nur der Rainbow bildet hier eine Ausnahme. Neben dieser anerkannten Farbschlagkombination (Blaureihe, Opalin, Hellflügel und Gelbgesicht) darf er lediglich noch Zimt tragen, um sich so nennen zu dürfen.

Inos bzw. Lutinos, doppelfaktorige Spangle und Schwarzaugen können unter ihrem unifarbenen "Mantel" Farbschläge verdeckt tragen.

 

Es gibt hauptsächlich zwei Farbreihen bei den Wellis…nämlich doch grüne und blaue. Dabei werden die Farben abgestuft.

Bei der Blaureihe ist das hellste Blau das Hellblau…das mittlerste Dunkelblau….und das dunkelste Mauve.

 

Bei der Grünreihe ist das hellste Grün das Hellgrün…das mittlerste Dunkelgrün…und das dunkelste Olivgrün.

 

    

 | *Bei Grau und Violett handelt es sich um einen zusätzlichen Faktor. Sie haben nichts mit der Farbreihe zu tun. Wir haben sie nur der Vollständigkeitshalber mit aufgeführt.
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