Und dann gibt es noch die Faktorigkeit.  

Bei dieser spricht man von einer dominanten Eigenschaft, die einfach oder auch doppelt getragen werden kann.

 

Bevor ihr euch aber damit auseinandersetzt, muss es zuerst mit der Vererbung der Farbschläge geschnackelt haben.  

 

Bitte dies unbedingt zuerst lesen und verstehen.

 

Die bekannteste Faktorigkeiten sind wohl die Gelbgesichter.

 

-       Europäisches Gelbgesicht Mutation I  

               (EGGI 1f. undEGGI 2f.)

-       Europäisches Gelbgesicht Mutation II  

               (EGGII 1f. und EGGII 2f.)

-       Australisches Gelbgesicht  

               (AGG 1f. und 2f.)  

 

Das EGGI 1f. hat eine hellgelbe Maske und kann einen leichten gelben Überzug im Schwanz und Flügeln oder auch über den gesamten Körper haben.

 

Das EGGI 2f. hat ein optisches Weißgesicht und ist von einem normalen blauen Welli nicht zu unterscheiden

 

Das EGGII hat ein kräftigeres Gelb als das EGGI. Bei den 1f. (einfaktorig) zieht sich das Gelb immer mehr über den Körper. Nach mehrmaliger Mauser wirkt der Vogel dadurch häufig optisch grün.

Bei dem 2f. (zweifaktorig) bleibt das kräftige Gelb nur in der Maske, in den Schwanzfedern und leicht auf den Flügeln.

 

Das AGG hat ein sehr kräftiges Gelb und wirkt sich ähnlich wie das  EGGII auf die Grundfarbe aus. Ist es 1f. sieht auch hier nach der Mauser ein blauer Welli grün aus.

Bei manchen sieht man noch die Ursprungsfarbe unter den Flügeln….aber nicht bei allen.

 

Auch beim AGG 2f. ist das Gelbgesicht so verteilt wie beim  

EGGII 2f..

 

Das EGGII ist vom AGG manchmal selbst von erfahrenen Züchtern schwer zu unterscheiden. Da inzwischen eine starke Vermischung der Gelbgesichter stattgefunden hat,  wird dieses noch erschwert.

 

Das Federkleid eines Wellis wird einerseits durch den Farbschlag bestimmt, andereseits spielt die sogenate "Faktorigkeit" insbesondere bei den dominaten Farbschlägen eine wichtige Rolle, die das Aussehen des Federkleide verändern können.  

Hierzu ein Beispiel: ein zweifaktoriger Spangle ist in der Regel  ein ganz weißer  (bei der Blaureihe) bzw. gelber (bei der Grünreihe)  Vogel .

 

Und warum nur bei den Dominanten ?  

Ganz einfach…der Welli muss einen rezessiven oder geschlechtsgebundenen Farbschlag (Ausnahme hier Hennen) eh doppelt tragen,damit er sichtbar wird.

 

Die Faktorigkeit bei Farben

Als Erklärung nehmen wir mal die Blaureihe. Für die Grünreihe gilt es aber ebenso.

 

-         Hat der Welli keinen Dunkelfaktor, so ist er hellblau

-         Hat der Welli einen Dunkelfaktor, so ist er dunkelbau

-         Hat der Welli zwei Dunkelfaktoren, so ist er mauve

 

In der Grünreihe heißen die Farben dann hellgrün, dunkelgrün und olivgrün

 

Dann haben wir noch das Violett.  

Um Nachzuchten in violett zubekommen, muss ein Elterntier diesen Faktor haben und ihn dementsprechend an seine Kinder weitergeben.

 

In einen Faktor kann man nicht spalten !!!

 

Die Faktorigkeit Violett wird nur im Zusammenhang mit einem Dunkelfaktor optisch sichtbar.

Hier ist es egal, ob das Violett ein- oder zweifaktorig ist.

Beispiel:

 

-         Hellblau (also ohne Dunkelfaktor) plus Violett lässt den Welli leuchtend dunkelblau aussehen

-         Dunkelblau plus Violett bewirkt, dass der Welli auch optisch violett aussieht.

-         Mauve plus Violett lässt auch das Tier mauve-violett aussehen

 

Auch wenn wir keine grauen Wellis züchten, möchten wir ganz kurz auf den Graufaktor eingehen und nur an der Oberfläche kratzen.  Beim Graufaktor legt sich das Grau (vermischt) auf die eigentliche Grundfarbe. Sie lässt dann z.B.einen grünen Welli grau-grün aussehen.

 

 

 

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