Was sollte man vor der Anschaffung von Wellensittichs bedenken ? 

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 Passt der Wellensittich als Haustier zu mir? Er muss nicht zahm sein, denn er ist kein Kuscheltier ! Es macht aber riesigen Spaß, ihn zu beobachten. Diese kleinen Clowns haben immer etwas zu entdecken und es ist einfach toll, ihnen zuzusehen.

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-         Es sollte einem bewusst sein, dass ein Wellensittich sechzehn Jahre alt und älter werden kann und man während dieser ganzen Zeit die Verantwortung für sein Wohlergehen trägt.

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-          Alle im Haushalt lebenden Familienmitglieder bzw. Mitbewohner sollten mit der Anschaffung einverstanden sein 

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-         Allergie gegen Federstaub sollte es nicht geben

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-         Da der Welli ein Schwarmtier ist, sollte man bereit sein, mind. gleich zwei Wellis ein Zuhause zu geben. Alles andere wäre nicht artgerecht

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-         Wellensittiche quatschen, brabbeln und singen den ganzen Tag vor sich und dies ist nicht grad leise. Darüber sollte man sich im Klaren sein.

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-         Habe ich genügend Platz für einen geräumigen Käfig und kann ich am Tag mehrere Stunden Freiflug gewähren??

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-         Es sollte klar sein, dass eine Tierarztbehandlung (beim vogelkundigen Tierarzt), im Krankheitsfall evtl. nicht wenig kostet.

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-         Was passiert mit den Vögeln, wenn der Körnersklave im Urlaub ist ? Da muss eine kompetente Betreuung her.

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-         Wellis machen Dreck…Federn, Körnerhülsen, die durch die Gegend fliegen, und Kotbällchen, die sie echt überall fallen lassen. Stört es nicht...umso besser.  

Auch das Benagen u. Anknabbern von Gegenständen gehört zu den typischen Angewohnheiten eines Sittichs (für genügend Spielzeug und Abwechslung sorgen).

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-         Leben bereits andere Tiere im Haus ? Dann sollte man daran denken, dass nicht jedes Tier zu einem Wellensittich passt oder sich mit ihm verträgt. Ein Hund könnte z. B. eifersüchtig werden, wenn der neue Vogel einzieht. Auch wenn die Katze noch so gut erzogen ist, bleibt der Vogel ein Beutetier für sie.         

    

Nach dem man sich mit den Punkten der Anschaffung auseinander gesetzt hat, sollte man erst alles für die  neuen Mitbewohner herrichten , bevor man sie nach Hause holt !

 

Was für den Menschen die Wohnung bzw.das Haus ist, ist beim Welli der Käfig/Voliere. Umso behaglicher und geräumiger dieser ausfällt und eingerichtet ist, desto wohler werden sich die Süßen fühlen.  

 

Der Käfig sollte für zwei Wellis auf keinen Fall kleiner als 100 cm lang und 80 cm hoch sein. Dies ist das absolute Mindestmaß!!

 

Ein runder Käfig sieht vielleicht hübsch aus, ist aber sehr unpraktisch, da der Vogel dort noch nicht einmal ein paar Flügelschläge machen kann.  

Am besten ist ein eckiger Käfig mit waagerechten Gitterstäben (damit auch ein flugunfähiger Welli hoch klettern könnte). Dort kann man dann auch noch prima einen Spielplatz auf das Dach stellen.  

 

Die Sitzstangen sollten ausschließlich aus Naturästen bestehen (z.B.Obstbäume, Haselnuss…..). Sie haben den Vorteil, dass sie unterschiedlich stark sind und somit die Füße mal mehr oder weniger belastet werden. Plastikstangen sind ein Tabu und sollten nie eine Sitzgelegenheit für den kleinen Papagei sein.  

Auch sollte der Käfig nicht komplett mit Spielzeug zugehangen werden (Spiegel und Plastikvögelschon gar nicht), da sich die Vögel auch ohne momentanen Freiflug noch ausreichend bewegen wollen.

Ferner wären mehrere Sitzgelegenheiten und Spielplätze im äußeren Bereich des Käfigs sinnvoll, damit die Kleinen auch wissen wo sie wieder gut nach dem Freiflug landen können.

 

Wichtig ist auch der Standort des Käfigs. Er sollte hell, nicht in der Nähe von Heizungen während der Heizperiode stehen und auch nicht der Zugluft ausgesetzt sein. Die vertragen unsere kleinen Kotbomber nicht.  

Den Käfig so hoch wie möglich aufstellen, damit die Tiere sich wohl und sicher in darin fühlen.

 

Futter- und Trinknäpfe dürfen selbstverständlichauch nicht fehlen. Es wäre gut, gleich zwei Futternäpfe zu besorgen, damit man einen für Körnerfutter und den anderen für Frischfutter benutzen kann. Wir empfehlen sogar mehr als zwei, damit nach dem säubern die Näpfe gut durchtrocknen können (im Idealfall 32 Std.).

 

Ernährung

 

Der Wellensittich ist ein Grassamenfresser. Deshalb besteht ein gutes Grundfutter aus Kanariensaat (Glanz) und verschiedenen Hirsesorten (mehr dazu hier).

Das Ganze kann man noch selbst mit entsprechenden Grassamen anreichern. Bitte achtet bei dem Futterkauf darauf, dass nicht solche „Fettmacher“ wie Bäckereierzeugnisse, Honig,getrocknete Früchte oder irgendwelche ganz tolle Perlen in dem Futter enthalten sind. Die Schaden dem Vogel mehr als das sie ihm nutzen. Auch die gern genommenen Knabberstangen sind reine Dickmacher und man tut seinem Wellensittich damit nichts Gutes !!!!  

Stattdessen reicht man lieber frisches Gemüse wie Karotten, -grün, Gurke (vor allem während der Mauser), Broccoli, rote Beete usw. oder andere natürlichen Dinge wie Salat, Apfel, Löwenzahn, Vogelmiere, Gräser, Basilikum, Petersilie (nur in Maßen wegen der ätherischen Öle) um nur ein paar zu nennen. Achtet bitte beim sammeln in der Natur darauf, dass es sich fern ab der Straße befindet und auch von Tieren z.B. Hunde (beim Gassi-gehen) nicht erreichbar ist.

 

Wenn man dies regelmäßig praktiziert, kann man auch auf teure und nur kurz haltbare Vitaminzusätze verzichten.

Kleiner Tipp, wenn so ein Stück Gemüse scheinbar der größte Feind des Wellis ist: mit Futter„panieren“ und immer wieder anbieten. Irgendwann gehen sie ran und dann merken sie, was ihnen die ganze Zeit entgangen ist.

Hier mal ein kleiner Richtwert:

 

 „Pro Wellensittich reichen 2 Teelöffel Körnerfutter über den Tag verteilt“.

 

Kauf und Eingewöhnung

 

Man kann seine Wellis vom Züchter, aus der Zoohandlung oder aus dem Tierheim zu sich holen! Kauft man direkt beim Züchter, hat man den Vorteil, dass man sich einen guten Überblick verschaffen kann,  wo die Vögel herkommen, ob die Wellis dort  auch artgerecht gehalten werden, ob auf Hygiene geachtet wird, ein Jungvogel frühestens mit 8 Wochen erst abgegeben wird (erst da ist er wirklich futterfest/frisst alleine) und wie der Züchter im allgemeinen mit den Vögeln umgeht.  

Jeder verantwortungsvolle Züchter gibt seinen Käufern gerne einen Einblick in seine Zucht. Jetzt könnte man einwerfen, Wellis aus der Zoohandlung kommen auch vom Züchter. Das stimmt wohl. Aber kann man an diesen Vögeln wirklich die Umstände ihrer Herkunft erkennen? Häufig sind es Vögel, die aus einer riesigen Zucht kommen und dort einfach nicht dem gewünschten Zuchtziel entsprechen.

 

Wir als Hobbyzüchter legen großen Wert darauf, wohin und zu wem unsere kleinen Lieblinge gehen. Sie sollen dort ein schönes Zuhause haben und artgerecht leben und zwar auf alle Fälle:

„ NICHT IN EINZELHALTUNG“

 

Aber egal ob man den Welli im Zoogeschäft oder direkt vom Züchter kauft, man sollte darauf achten, dass der Vogel einen gesunden, agilen Eindruck macht.. Sitzt der Welli aufgeplustert, hat tränende Augen, eine mit Kot verschmierte Kloake, ein zerzaustes Federkleid und/oder riecht fischig (Zeichen auf Trichomonaden) aus dem Schnabel, dann heißt es Hände-weg. Keiner möchte sich einen kranken Vogel nach Hause holen.

Da Wellis kleine Schauspieler sind, kann auch mal dem geschulten Blick des Züchters etwas entgehen. Deshalb empfiehlt sich der Gang zum vogelkundigem Tierarzt, um ihn einen Eingangs-Check zu unterziehen, damit man versteckte Krankheiten ausschließen kann.

 

Hat man sich einen weiteren Welli zu seinem vorhanden Schwarm geholt, sollte der Neuling erst einmal in Quarantäne bevor er zu seinen neuen Kumpels gelassen wird.

 

Gibt der Tierarzt grünes Licht für eine Zusammenführung mit dem Schwarm, sollte der Käfig mit dem Neuankömmling in der Nähe der anderen Wellis gestellt werden. Am besten so, dass er einen guten Blick auf seine neue Umgebung werfen kann. Nach ein paar Tagen macht man dann einfach die Käfigtür auf und wartet darauf, dass er sich nach draußen traut. Wenn er den Ausgang nicht findet, kann man z.B. eine Kolbenhirse auf die Luke legen…das hilft häufig. Die anderen werden ihm schon helfen, seine neue Behausung mit Futter und Wasser zu finden. Und dann heißt es viel Spaß mit dem neuen Mitbewohner.

 

Sind die neuen Mitbewohner die ersten Flauschkugeln, die einziehen, gibt es noch ein paar andere Punkt, die man am Anfang beachten sollte. Gönnt den Kleinen in der ersten Zeit etwas Ruhe. Es ist alles neu und sie werden noch etwas ängstlich sein. Dies ist völlig normal. Nähert euch dem Käfig ruhig und langsam. Plötzliche Bewegungen sollten vermieden werden. Sprecht mit leiser Stimme mit ihnen, damit sie sich an euch und eure Stimme gewöhnen. Daran solltet ihr euch auch auf jeden Fall beim Wechseln von Futter- und Trinkbehälter halten. Ihr werdet sehen, ganz schnell haben sich die kleinen Rabauken an euch und eure täglichen Handgriffe an und in ihrem Käfig gewöhnt.  

Häufig kommen die Bedenken, fressen und trinken meine Wellis überhaupt. Um es ihnen zuerst leichter zu machen, kann man ihnen in flachen Schalen (Unterteller geht auch) Futter und Wasser auf dem Boden des Käfigs anbieten. Geht dann einfach mal für längere Zeit aus dem Raum. Wenn ihr dann später schaut, werden sie garantiert gefressen haben.

 

Vor jedem ersten Freiflug sollte man ein paar Punkte beachten:

 

-         Fenster und Spiegel verhängen z.B. mit Fensterbilder oder auch Post-its

-    Sämtliche Nischen und Löcher verschließen, damit die Kleinen dort nicht rein kriechen 

-         Für Wellis giftige Pflanzen müssen aus dem Zimmer

-       Keine offenen Gefäße (Tassen, Vasen ect. pp.) mit Flüssigkeit stehen lassen

-         Unbedingt mit im Raum bleiben, um in Notsituationen eingreifen zu können

 

Zahmer und sprechender Wellensittich  

 

Häufig bekommen wir solche Anfragen……

Falls ein Wellensittich spricht, schadet es ihm nicht und er macht es freiwillig. Dies kann man nicht erzwingen. Wer dies unbedingt möchte, sollte die Wellihaltung noch einmal überdenken.

Frei nach dem Motto: „Verlange nie von einem Vogel dass er spricht, solange du nicht mit ihm fliegen kannst“

 

Jetzt zum Thema Zähmung. Natürlich ist es schön, wenn der Welli Zutrauen hat und auch mal auf einem rumkrabbelt. Aber es gibt keine Garantie oder sichere Methode, dass auch jeder Vogel dies irgendwann mal tun wird. Genauso wie wir Menschen, hat jeder seinen eigenen Kopf und Charakter. Mit ganz ganz viel Geduld und täglichen Training muss man versuchen, das Vertrauen seiner Lieblinge zu erringen.

Da die kleinen Kobolde vom Wesen aus sehr neugierig sind, kann man versuchen sie mit z.B. Hirse (ist für Wellis wie Schoki für Federlose) zu locken. Erst werden sie vielleicht nur an der Hirse knabbern,aber nach und nach immer mutiger werden und irgendwann für Hirse oder andere Leckereien (bei uns sind es Gräser o. Basilikum) auf den Finger/Hand steigen. Damit ist meistens der erste Damm gebrochen und jetzt heißt es am Ball bleiben und das Vertrauen stärken, bis der Welli dich als Schwarmmitglied akzeptiert hat. Dann wird er auch ohne Futter zu dir kommen!!

 

…..und eins noch. Es gibt tatsächlich etwas, dass immer hilft….. GEDULD!

 

Ihr seht…….wenn man sich ein bisschen informiert und die paar Punkte einhält, steht einer langen und schönen Freundschaft mit Wellensittichen in artgerechter Haltung nichts im Wege !!!!!!

 

Wir hoffen, dass wir mit unseren Tipps etwas helfen konnten und so manche offene Frage beantwortet wurde. Solltet ihr sonst noch Fragen haben, könnt ihr euch gerne an uns wenden und wir versuchen zu helfen!!

 

 

 

 

                      

 

 

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